Untersuchung von Ursache und Ausmaß der Aralseekatastrophe

Tim Greller
5. November 2018

Inhaltsverzeichnis

1  Einleitung
2  Gebietsbeschreibung
 2.1  Geographische Lage
 2.2  Physisch-geographische Gebietsbeschreibung
 2.3  Sozioökonomische Beschreibung
3  Entwicklung des Aralsees zum Aralkum und resultierende Folgen für die Aralseeregion
 3.1  Wasserrückgang, Versalzung und Zerfall in Teilbecken
  3.1.1  Seespiegelabsenkung
  3.1.2  Volumenverlust
  3.1.3  Verkleinerung der Seefläche
  3.1.4  Steigende Salinität
  3.1.5  Zerfall in Teilbecken
 3.2  Klimaveränderung
 3.3  Verwehung von Sand, Salz und Staub durch Stürme
 3.4  Biodiversitätsverlust
 3.5  Sukzession in der neu entstandenen Aralkum
 3.6  Gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung
4  Anthropogene Ursachen der Aralseekatastrophe
 4.1  Der Wasserzufluss des Aralsees
  4.1.1  Geringerer Zufluss als Ursache des Wasserrückgangs
  4.1.2  Syrdarja und Amudarja
 4.2  Kasachstan und Usbekistan als ehemalige Sowjetrepubliken
  4.2.1  Hoher Wasserbedarf für Bewässerungsfeldbau
  4.2.2  Regionale Degradierung der Umwelt als Erblast aus Zeiten der Sowjetunion
 4.3  Bleibende Dependenzen trotz politischer Unabhängigkeit
5  Wird der Aralsee bald komplett verschwinden?
  Literaturverzeichnis

1  Einleitung

Der Aralsee, einst das viertgrößte Binnengewässer weltweit, ist heutzutage das „bekannteste und markanteste Beispiel für die Verlandung eines großen Binnenmeeres“ 1. Trotz Medienpräsenz der Aralseekatastrophe, ist oft wenig über die Region, dessen Ökosystem und Einwohner bekannt. Auch das Ausmaß der verschiedenen enormen und rücksichtslosen Projekte der Sowjetunion wird selten deutlich. Im folgenden Text werden darum gerade diese Aspekte verstärkt betrachtet. 2
Zunächst wird der Aralsee und seine Umgebung beschrieben, wobei bereits genauer auf politische und ökonomische Entwicklungen in Zentralasien eingegangen wird. Das darauffolgende Kapitel befasst sich zunächst mit der Verlandung des Sees, indem morphometrische Daten des großen Aralsees dargestellt und ausgewertet werden. Auch die steigende Salinität und der Zerfall des Sees in einzelne Becken wird beschrieben. Anschließend werden daraus resultierende Entwicklungen für Klima, Umwelt und Bevölkerung betrachtet. Um die Ursachen dieser Entwicklung, denen das nächste Kapitel gewidmet ist, zu erklären, werden zunächst die Zuflüsse des Sees, die für seinen Rückgang entscheidend sind, beschrieben. Die Projekte der UdSSR, vor allem das Ausweiten der Bewässerungslandwirtschaft, werden danach betrachtet. Die Auswirkungen, die der Zerfall der Sowjetunion auf die nun politisch unabhängigen Staaten hat, werden ebenfalls erwähnt. Abschließend wird ein kleiner Ausblick in die Zukunft des Aralsees gegeben.

2  Gebietsbeschreibung

2.1  Geographische Lage

Der Aralsee liegt im Tiefland von Turan, einem abflusslosen Becken in Zentralasien. 3,4 Da die Staatsgrenze von Usbekistan und Kasachstan durch den See verläuft, gehört der nördliche Teil zu Kasachstan und der südliche Teil zu Usbekistan (Abbildung 1).


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Abbildung 2.1: Übersicht über Zentralasien mit hervorgehobener Lage des Aralsees (Eigene Bearbeitung; Quelle: Auswärtiges Amt Referat Öffentlichkeitsarbeit Inland (607), 2010, S. 2)


Die beiden Zuflüsse Syrdarja und Amudarja (Abbildung 2) speisen den Aralsee mit Wasser aus dem Süden bzw. Südosten und glichen dadurch, zusammen mit dem eher geringen Niederschlag, die hohe Evaporation aus. 5,6 Da der Aralsee ein Endsee ist, hat er, wie das gesamte Tiefland von Turan, keine Abflüsse. 7 Die durchschnittliche Höhe des Aralsees betrug 1960 noch mehr als 53 m über dem Baltischem System (BS), im Jahr 2010 nur noch 25 m über BS (im großen Südbecken). 8,9


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Abbildung 2.2: Satellitenbild des Aralsees von 2003 mit Zuflüssen, Städten und der ehemaligen Küstenlinie (Eigene Bearbeitung und Ergänzung; Quelle: Felsch & Lemke, o.J.)


2.2  Physisch-geographische Gebietsbeschreibung

Die ursprüngliche Seefläche von ungefähr 70 000 km2 ging bis 2010 auf unter 12 000 km2 zurück, wodurch weite Teile des Sees austrockneten und er in vier Teilbecken aufgespalten wurde. 10,11 ,12 ,13 Im östlichen Teil besaß der Aralsee eine Tiefe von ca. 5 bis 20 m, im westlichen Teil hingegen erreichte er eine Tiefe von bis zu 69 m. 14
Das den Aralsee umgebende Tiefland von Turan wird überwiegend von Sand- und Halbwüsten bedeckt, hauptsächlich bestehend aus Karakum und Kyzylkum. 15 Durch die Verlandung des Aralsees bildet sich zusätzlich die Salzwüste Aralkum, die 2009 bereits eine Ausdehnung von circa 60 000 km2 erreichte. 16 Trotz des hohen Salzgehalts wird die neue Landfläche von fast 370 regionalen Pflanzenarten mit hoher Salztoleranz besiedelt. 17 Im Gegensatz zu diesen Wüsten ist der Südwesten Zentralasiens durch Hochgebirge von bis zu 7495 m Höhe geprägt, in denen auch die beiden Zuflüsse des Aralsees entspringen. 18,19
Das Klima in der Aralseeregion ist mit ca. 6 bis 7 ariden Monaten semiarid, wie folgende Klimadiagramme (Abbildung 3 und 4) zeigen. Der Gesamtniederschlag beträgt lediglich 140 mm pro Jahr und übersteigt nur selten 20 mm im Monat. Durch winterkaltes Klima mit Tiefsttemperaturen von bis zu -12 C beträgt der Temperaturdurchschnitt, trotz Höchsttemperaturen knapp unter 30 C, ca. 8 bis 11 C. Die niedrigen Wintertemperaturen (im Dezember durchschnittlich -7,8 C) sorgen dafür, dass sich trotz des hohen Salzgehalts in vielen seichten Teilen des Aralsees Eis bildet (Abbildung 5). 20 Bis 1978 war der See sogar fast jährlich komplett mit Eis bedeckt. 21
Abgesehen von der leicht höheren Wintertemperatur und stärkeren Aufteilung der Niederschläge am südlichen Aralsee (fast kein Niederschlag im Sommer) ist das Klima ziemlich identisch mit dem in den nördlichen Regionen. 22,23


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Abbildung 2.3: Klimadiagramm von Aralskoe More (bei Aralsk) (Quelle: Klett Geographie Infothek, 2008)



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Abbildung 2.4: Klimadiagramm von Cimbaj (südlich des Sees, im Delta des Amudarjas) (Quelle: Klett Geographie Infothek, 2008)


Eben erwähnte Merkmale sprechen für ein typisches kontinentales Halbwüstenklima. 24,25 Die Temperaturen schwanken aber nicht nur im Jahresverlauf stark, sondern können auch innerhalb eines Tages von 40 C auf -5 C fallen. 26


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Abbildung 2.5: Eis im Aralsee. Ausschnitt eines Satellitenbildes, das am 3. Dezember 2001 mit dem Moderate-resolution Imaging Spectroradiometer des Terra Satelliten aufgenommen wurde (Quelle: Descloitres, 2001)


2.3  Sozioökonomische Beschreibung

Die fünf heutigen zentralasiatischen Staaten (Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgisistan; vgl. Abbildung 1) waren vor der Gründung der UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken), zu der sie seit 1924 alle gehörten, ein Teil des Großraums Turkestan. 27,28 ,29 Um den Widerstand gegen die Sowjetunion möglichst gering zu halten, berücksichtigte diese bei der Bildung der neuen Sowjetrepubliken die bestehenden Grenzen absichtlich nicht, vermischte dadurch die verschiedenen Völker und schuf so ethnische Spannungen, die bis heute bestehen. 30,31 Im Jahr 1991 erklärten die zentralasiatischen Sowjetrepubliken, die in dieser Form zuvor nie als alleinstehende Staaten existiert hatten, schließlich der Reihe nach ihre Unabhängigkeit von der UdSSR. 32 Es entstanden autoritäre Diktaturen, die von Konflikten, Korruption und Clanstrukturen geprägt sind und trotz gemeinsamer Geschichte, Kultur und Sprache keine besonders guten Beziehungen untereinander pflegen, sondern sich gegenseitig misstrauen. 33,34 Erst nach und nach findet eine Reorganisation der weggefallenen sowjetischen Strukturen und Systemen statt. 35
Heute leben in Zentralasien mehr als 63 Millionen Menschen mit über 100 verschiedenen ethnischen Zugehörigkeiten. 36,37 Diese besiedeln vor allem die südwestlichen Gebiete mit höheren Niederschlägen, auch da dort, statt der den Aralsee umgebenden Wüsten, überwiegend Steppen vorkommen (Abbildung 6). 38 Allein im Ferganatal (in Abbildung 6 als Ferghana Valley eingezeichnet) leben circa 20 % der zentralasiatischen Bevölkerung. 39 In dem eher dünn besiedelten Gebiet (7,8 Personen pro km2), das direkt von der Aralseekatastrophe betroffen ist, leben circa 3,7 Millionen Menschen. 40


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Abbildung 2.6: Bevölkerungsdichte in Zentralasien (Eigene Übersetzung von Legende und Titel, Karte von CAWaterInfo, o.J.-b)


Die unmittelbar betroffenen Städte Aralsk, Muinak und Kazalinsk (Abbildung 2) verwandelten sich durch Abwanderung von teilweise über der Hälfte der Bevölkerung in Geisterstädte mit extrem hohen Arbeitslosenquoten, wurden inzwischen aber wieder zu belebten Siedlungen. 41,42 Am Aralsee wurde früher vor allem Fischerei betrieben: Vor dem Versalzen des Sees wurden im Jahr bis zu 45 kt Fisch gefangen und verarbeitet, was ab Ende der 70er Jahre nicht mehr möglich war. Dadurch verloren 97 % der in damit verbundenen Wirtschaftszweigen beschäftigten Leute ihren Arbeitsplatz. Lediglich in Muinak wurde weiterhin Fisch verarbeitet – jedoch stammt dieser nicht aus dem Aralsee, sondern aus Wladiwostok, einer russischen Hafenstadt am Japanischen Meer. 43,44
Im Auftrag der Sowjetunion wurde die schon zuvor betriebene Bewässerungslandwirtschaft ohne Rücksicht auf mögliche ökologische Folgen extrem ausgeweitet und statt Obst, Wein und Getreide vor allem Baumwolle angebaut, zu deren Ernte die komplette Bevölkerung der Region gezwungen wurde. 45,46 Noch heute wird in den inzwischen versalzten Deltas der Zuflüsse des Aralsees Baumwolle angebaut, entkernt und zu Textilien verarbeitet. 47
Der Aralsee wurde von der Sowjetunion auch noch anders genutzt: Das Verteidigungsministerium der UdSSR führte auf dessen Inseln Tests mit biologischen Waffen durch, was zu mehrmaligen Massensterben von Tieren im Umfeld führte. 48
Die Exportpalette besteht hauptsächlich aus Energierohstoffen wie Erdgas (in Kasachstan zum Beispiel sind über die Hälfte der exportierten Waren Energierohstoffe) und Agrarprodukten, wodurch eine Dependenz von der Nachfrage und den Preisen des Weltmarkts besteht. Der Entwicklungsstand der Aralseeregion ist mittelmäßig und in Kasachstan höher als in Usbekistan. Dies gilt sowohl allgemein für den Human Development Index, als auch einzeln für Ernährung, Einkommen, Analphabetenrate, Verkehr und Telekommunikation. Nur Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit sind in etwa gleich. Die vorherrschende Religion ist der Islam. 49,50

3  Entwicklung des Aralsees zum Aralkum und resultierende Folgen für die Aralseeregion

3.1  Wasserrückgang, Versalzung und Zerfall in Teilbecken

3.1.1  Seespiegelabsenkung

Der Wasserstand im Aralsee war in den letzten Jahrhunderten vergleichsweise stabil und befand sich auch vor Eintreten der Aralseekatastrophe in einem quasistationärem Zustand, wie Daten über die Seespiegelhöhe von 1780 bis 1960 belegen (Abbildung 7). 51,52 ,53 Der Seespiegel lag in diesem Zeitraum im Durchschnitt 51,07 m über BS und schwankte pro Jahr durchschnittlich um nur 0,10 m im Vergleich zum Vorjahr. Der Wasserstand war dabei 1824 mit 49,10 m über BS am niedrigsten und 1960 mit 53,50 m über BS am höchsten (Abbildung 7).
Ab dann nahm die Seespiegelhöhe aber wieder ab und sank vom Höchstwert von 1960 um 2,15 m innerhalb der folgenden 8 Jahre. 1969 und 1970 stieg der Seespiegel zwar noch einmal um einige Zentimeter, fiel dann aber bis 2009 fast durchgängig mit durchschnittlich 0,61 m pro Jahr um 23,91 m. Im Jahr 2002 sank der Wasserstand besonders extrem um 2,40 m (Abbildung 8). 54


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Abbildung 3.7: Die Seespiegelhöhe des Aralsees in Meter über BS von 1780 bis 2009 mit hervorgehobenen Extremwerten (Eigene Darstellung, Daten von CAWater-Info, o.J.-a)



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Abbildung 3.8: Die Jährliche Änderung der Seespiegelhöhe des Aralsees in Meter von 1780 bis 2009 mit hervorgehobenem Extremwert (Eigene Berechnung und Darstellung, Daten von CAWater-Info, o.J.-a)


3.1.2  Volumenverlust

Die Seespiegelabsenkung ist eine der Folgen des Rückgangs der Wassermenge im Aralsee, die deswegen beide eine ähnliche Entwicklung aufweisen. Von 1911 bis 1960 war das Volumen noch ziemlich stabil bei durchschnittlich 1057 km3 mit maximal 1080 km3 im Jahr 1912 und minimal 1031 km3 im Jahr 1920 (Abbildung 9). In diesem Zeitraum schwankte das Volumen im Durchschnitt um 6,7 km3 pro Jahr im Vergleich zum Vorjahr und damit um 0,6 % der gesamten durchschnittlichen Wassermenge. Die größte jährliche Änderung erfolgte zwischen 1917 und 1918 mit -24,0 km3 (Abbildung 10).
Das Volumen wies ebenfalls unmittelbar vor dem Rückgang der Wassermenge einen (lokalen) Maximalwert von 1079 km3 im Jahr 1961 auf. Im Zeitraum von 1961 bis 2006, während der Aralseekatastrophe, sank das Volumen von diesem Maximalwert auf 81,35 km3 im Jahr 2006 (Abbildung 9). Somit verlor der Aralsee in weniger als 50 Jahren 92,46 % seines Wassers. Diese Entwicklung erfolgte mit einer jährlichen Änderungsrate von durchschnittlich -22,73 km3, das ist ein Verlust von 4,7 % des durchschnittlichen Gesamtvolumens pro Jahr, und maximal -63,95 km3 (1985 auf 1986). Der Aralsee verlor dabei durchgehend Wasser, selbst 1974, dem Jahr mit der besten Wasserbilanz, betrug der Verlust -1,01 km3 (Abbildung 10). 55


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Abbildung 3.9: Das Volumen des Aralsees in km3 von 1911 bis 2006 mit hervorgehobenen Extremwerten; Bei fehlenden Daten wird der Durchschnitt mithilfe einer Trendlinie angezeigt. (Eigene Darstellung, Daten von CAWater-Info, o.J.-c)



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Abbildung 3.10: Die jährliche Änderung des Volumens des Aralsees in km3 von 1911 bis 2006 mit hervorgehobenen Extremwerten (Eigene Berechnung und Darstellung, Daten von CAWater-Info, o.J.-c)


3.1.3  Verkleinerung der Seefläche

Die Wasseroberfläche war vor 1960 ebenfalls stabil, wobei aber zu beachten ist, dass mit kleinen Änderungen des Wasserstands eine starke Veränderung der Uferlinien und damit der Seefläche einhergeht. 56,57 Die Oberfläche des Aralsees lag zwischen 1911 und 1960 im Mittel bei 66,0 × 103 km2 und erreichte 1960 mit 69,79 × 103 km2 die größte und 1920 mit 63,8 × 103 km2 die kleinste Ausdehnung (Abbildung 11). Die Seefläche schwankte in diesem Zeitraum um durchschnittlich 0,53 × 103 km2 pro Jahr im Vergleich zum Vorjahr (Abbildung 12).
Nach dem Maximalwert von 1960 fiel die Oberfläche des Aralsees rapide ab. Im Jahr 2006 betrug sie noch 13,47 × 103 km2, nur 19,30 % der Seefläche von 1960 (Abbildung 11). Diese Entwicklung erfolgte mit einem Verlust von durchschnittlich 1,34 × 103 km2 der Wasseroberfläche pro Jahr (Abbildung 12). 58


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Abbildung 3.11: Die Wasseroberfläche des Aralsees in 103 km2 von 1911 bis 2006 mit hervorgehobenen Extremwerten; Bei fehlenden Daten wird der Durchschnitt mithilfe einer Trendlinie angezeigt. (Eigene Darstellung, Daten von CAWater-Info, o.J.-c)



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Abbildung 3.12: Die jährliche Änderung der Wasseroberfläche des Aralsees in 103 km2 von 1911 bis 2006 mit hervorgehobenem Extremwert (Eigene Berechnung und Darstellung, Daten von CAWater-Info, o.J.-c)


3.1.4  Steigende Salinität

Da der Aralsee ein Endsee ist und damit, genauso wie Meere, keine Abflüsse hat, reichern sich durch Zuflüsse in den See transportierte Salze in ihm an. Das liegt daran, dass Salze während der Evaporation, anders als das Wasser, im See zurückbleiben. 59
Die absolute Salzmasse des Aralsees blieb im Großen und Ganzen stabil bei geschätzten 10 Gt und nahm insgesamt sogar ab (Abbildung 13). 60,61 Dies lag auch an den Salzablagerungen, die der sich zurückziehende Aralsee an seinen Küsten hinterließ und die im Jahr 2000 eine Masse von 11,24 Mt mehr als noch 1960 erreichten. 62 Trotzdem stieg der Salzgehalt von 9,93 g l-1 im Jahr 1960 auf 58,60 g l-1 im Jahr 2000 (Abbildung 13). 63 Dadurch sank der Gefrierpunkt des Aralseewassers von -0,5 C im Jahr 1960 auf -2,5 C im Jahr 1993. 64 Die niedrigen Temperaturen im Winter sorgen aber immer noch dafür, dass der Aralsee, zumindest in manchen Teilen, gefriert (Abbildung 6). 65 Hauptverantwortlich für die drastische Zunahme der Salinität im Aralsee ist der enorme Volumenverlust, durch den sich die in etwa gleiche Salzmenge nur noch auf die übrigen 7,54 % der Wassermenge (Differenz zwischen 1961 und 2006) aufteilt. 66,67


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Abbildung 3.13: Entwicklung von Salzgehalt (in g l-1) und Salzmasse (in Gt) des Aralsees von 1950 bis 2000 (Eigene Darstellung, Daten von INTAS, 2006, S. 80, 86)


3.1.5  Zerfall in Teilbecken

Eine ehemalige Unterwasserschwelle am Grund des Sees führte, durch den sinkenden Seespiegel, zum Zerfall des Aralsees in zwei Teile. 68 Im Norden trennte sich der, wegen seiner geringen Fläche von nur rund 3000 km2, „Kleiner Aralsee“ genannte Teil vom südlichen „Großen Aralsee“ ab (Abbildung 14).


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Abbildung 3.14: Satellitenbilder der Verbindung von kleinem und großem Aralsee am 9. August 1973, 17. September 1989 (normal und vergrößert) und 29. Juli 2000. (Eigene Darstellung von Ausschnitten der Satellitenbilder von NASA Earth Observatory, 2001)


69,70 Dieser Prozess war 1986 schon so weit vorangeschritten, dass die morphometrischen Daten (Volumen, Wasserstand, Fläche) getrennt für beide Teilbecken erfasst wurden. 71 Dies erklärt auch den hohen Volumen- und Oberflächenverlust von 1985 auf 1986, der entsteht, da 1985 der kleine Aralsee noch in beide Werte mit einberechnet wurde, 1986 aber nicht mehr (Abbildung 10 und 12). Zunächst wurden der nördliche und südliche Aralsee noch durch die 12 km breite „Bergstraße“ (benannt nach dem russischen Forscher Lew Berg) verbunden. Im Herbst 1989 versandete allerdings auch die letzte Verbindung der beiden Teile, die für die Schifffahrt erbaut wurde (Abbildung 14). 72,73 ,74 Die beiden Teilbecken führen seitdem nahezu getrennte Wasserhaushalte, wodurch der Wasserspiegel im kleinen Aralsee 1990 anstieg und Wasser durch die 1992 wieder 2 m tiefe Verbindung in den südlichen Teil abfloss. 75,76 Durch den Anstieg des Volumens im Nord-Aralsee, sank auch der Salzgehalt wieder auf ein mit 1960 vergleichbares Level von 10 bis 14 g l-1 im Jahr 2009. 77
Durch weiteren Wasserrückgang im südlichen Teil des Sees gewinnt die „Insel der Wiedergeburt“ (Vozroshdenye) 78 an Größe und trennt dadurch den tiefen westlichen Teil des großen Aralsees immer weiter vom östlichen Teil ab. 79,80 Im Jahr 2000 sind beide Teile nur noch leicht am nördlichsten und südlichsten Ende der Insel verbunden (Abbildung 15). 81 Als nächstes begann die seichtere südliche Verbindung zu verlanden, indem sich ein Isthmus (Landenge) in der Mitte der Verbindung bildete. 82 Im Jahr 2001 versandete dadurch der südliche Fluss zwischen den beiden Teilbecken endgültig und aus der „Insel der Wiedergeburt“ wurde eine Halbinsel (Abbildung 15). 83 Die nördliche Verbindung besteht, wenn auch erheblich schmäler, bis heute. 84,85 Der Salzgehalt in den beiden Teilen des großen Aralsees steigt, anders als der im kleinen Aralsee, in den folgenden Jahren weiter: So beträgt er 2009 im westlichen Teil über 100 g l-1 und im östlichen Teil sogar 150 bis 200 g l-1. 86


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Abbildung 3.15: Die Verbindungen zwischen West- und Ostbecken des großen Aralsees in den Jahren 2000 und 2001. (Eigene Darstellung von Ausschnitten der Satellitenbilder von NASA Earth Observatory, o.J.)


Zusätzlich trennte sich 2006 die frühere „Tshchebas Bucht“ (Eigene Übersetzung vom in der Literatur verwendetem Tshchebas Bay), gelegen im Nordwesten des Aralsees, vom großen Aralsee ab und bildete den „Tshchebas See“ (Eigene Übersetzung vom in der Literatur verwendetem Lake Tshchebas) (Abbildung 16). 87


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Abbildung 3.16: Der „Tshchebas See“ nach der Abspaltung vom großen Aralsee 2006. (Eigene Bearbeitung eines Satellitenbildes von NASA Earth Observatory, o.J.)


Während das östliche Becken des Süd-Aralsees bis 2009 zu einem Salzsumpf wurde (Abbildung 16), betrug die durchschnittliche Wassertiefe im „Tshchebas See“ noch 1,4 m (im kleinen Aralsee sogar noch 7,5 m). 88,89 Durch den regenreichen Winter 2009/10 wurde der südöstliche Aralsee wieder mit Wasser gefüllt und auch der „Tshchebas See“ gewann an Volumen und Fläche (Abbildung 17). 90,91 Solche jährlichen Schwankungen prägen den Aralsee bis heute und werden es auch in Zukunft tun, da dieser wieder ein dynamisches hydrologisches Gleichgewicht erreicht zu haben scheint. 92,93 ,94 So trocknete zum Beispiel 2014 der südöstliche See komplett aus und füllte sich anschließend wieder (Abbildung 17). 95


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Abbildung 3.17: Schwankungen der Aralseefläche zwischen 2009/10 und 2014/15. (Eigene Darstellung von Ausschnitten der Satellitenbilder von NASA Earth Observatory, o.J.)


Mit diesen Veränderungen des Wasserstandes variiert auch die Verbundenheit der einzelnen Teilbecken des Aralsees. Indem Bereiche mit höherem Relief herausragen, werden sie zu Inseln, Halbinseln oder Bestandteilen des Festlands, die dadurch den Aralsee in kleinere Becken unterteilen können. 96

3.2  Klimaveränderung

Aufgrund der hohen spezifischen Wärmekapazität erfolgt eine Temperaturänderung von Wasser nur langsam. Dadurch werden die im Verlaufe eines Tages oder Jahres auftretenden Temperaturschwankungen von großen Wassermassen, wie zum Beispiel Ozeanen, gedämpft. 97 Der gleiche dämpfende Effekt war auch in der Umgebung des Aralsees festzustellen, in der er für ein ausgeglicheneres und maritimeres Klima sorgte. 98,99 ,100
Der extreme Wasserrückgang hatte allerdings auch eine Veränderung des Klimasystems zur Folge, die sich in der zunehmenden Kontinentalität und Aridität bemerkbar macht. 101 Die Amplitude zwischen den Jahreshälften ist erheblich angestiegen: So sind die Temperaturen im Sommer um 2 bis 2,5 C wärmer und im Winter um 1 bis 2 C kälter geworden. Die gestiegene Aridität des Klimas ist neben der gesunkenen Luftfeuchtigkeit vor allem an der Niederschlagshäufigkeit zu beobachten: Vor der Aralseekatastrophe regnete es nur an 30 Tagen im Jahr nicht, inzwischen sind es 120 bis 150 Tage. 102

3.3  Verwehung von Sand, Salz und Staub durch Stürme

Die sich zurückziehenden Küstenlinien des Aralsees hinterließen riesige Flächen ehemaligen Seebodens, die überwiegend von pulvrigen Salzkrusten und zu kleineren Teilen auch von Sand bedeckt sind. 103,104 Diese oft vegetationslosen Ebenen sind zusammen mit dem trockenen Klima Ursache der immer häufiger auftretenden und stärker werdenden Sand- und Staubstürme. 105,106 ,107 Traten vor der Aralseekatastrophe nicht mal an 10 Tagen pro Jahr Staubstürme auf, taten sie es um die Jahrtausendwende schon an bis zu 90 Tagen im Jahr. 108 Im Gegensatz zu lokal wirksamen Sandstürmen, gelangen Staubstürme, die Teilchen kleinerer Korngrößen transportieren, auch höher in die Atmosphäre und sind regional wirksam. 109 Die entstehenden Staubwolken können bis zu 400 km lang und 40 km breit werden (Abbildung 18). 110


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Abbildung 3.18: Transport von Staub in der Atmosphäre (Eigene Bearbeitung; Quelle: Gaybullaev, Chen & Gaybullaev, 2014, S. 212)


So gelangen jährlich etwa 150 Mt Schluff, Tonteilchen, Salzstaub, sowie Herbizide, Pestizide, Schwermetalle und radioaktives Material in die Atmosphäre. Diese können über viele Hunderte von Kilometern transportiert und sogar in über 2000 km entfernten Gebieten, unter anderem in Weißrussland, im Himalaya und im Pazifischen sowie Arktischen Ozean nachgewiesen werden. Durch die in den Stürmen enthaltenen Salze werden die Abschmelzprozesse nahegelegener Gletscher um ein Vielfaches beschleunigt. 111,112 ,113

3.4  Biodiversitätsverlust

Die Menge des Phytoplanktons, welches in aquatischen Ökosystemen wie dem Aralsee die Basis der Nahrungskette darstellt, ging aufgrund der durch Versalzung extrem veränderten chemisch-physikalischen Beschaffenheit des Aralseewassers zurück. Dadurch ging die Nahrungsgrundlage für in der Fraßkette nachfolgende Lebewesen, wie zum Beispiel Fische, verloren. Da aufgrund des Rückgangs der Uferlinien zusätzlich die Laichplätze der Fische austrockneten und zu hohe Salinität auch direkte Folgen auf die Lebensvoraussetzung vieler Fische hatte, verringerte sich allmählich deren Bestand und Artenvielfalt. So dezimierte sich die Anzahl der im Aralsee vertretenen Fischarten von ehemals über 20 auf keine einzige Art in 2010. 114,115 ,116 ,117 ,118 ,119
Auch auf die Gebiete in unmittelbarer Nähe des Sees hat die Aralseekatastrophe fatale Auswirkungen. Besonders stark ist die Degeneration der Ökosysteme in den Deltabereichen der Zuflüsse. Früher waren diese von Tugajwäldern (Auenwälder bestehend aus verschiedenen Pappel- und Weidenarten) sowie Schilfwäldern und Mooren mit großer Artenvielfalt (178 Wildtierarten) bedeckt. Durch die fehlenden Überschwemmungen der Flussdeltas und den sinkenden Grundwasserspiegel starb die Vegetation dort inzwischen komplett ab und hinterließ trockene salzhaltige Böden. 120,121 ,122

3.5  Sukzession in der neu entstandenen Aralkum

Die aus trockengefallenem Seeboden bestehende Aralkum-Wüste, die eine Fläche von ungefähr 60 000 km2 einnimmt, wird nacheinander von verschiedenen Pflanzenarten besiedelt.
Wenige Wochen nach dem Trockenfallen eines Gebiets wird dessen noch nasser und von Seegrasresten bedeckter Seegrund von blaugrünen Cyanobakterien überzogen. 123
Als nächstes besiedeln salztolerante annuelle (einjährige) Pflanzen wie Salicornia (Abbildung 19), welche auch sonst wegen ihrer hohen Klimatoleranz auf zentralasiatischen Salzböden in Wüsten und Steppen verbreitet sind, die immer noch feuchten Flächen. Salicornia kann riesige Gebiete mit weniger als 30 cm hohen Dickichten bedecken, die sich im Herbst rot färben (Abbildung 19). 124,125


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Abbildung 3.19: Salicornia im Verlauf des Jahres. (Eigene Darstellung der Bilder von Isca, et al., 2014, S. 147f)


Danach kann es vor allem in trockenen Jahren zu vegetationslosen „Sukzessionswüsten“ kommen, die zwischen der Besiedlung von annuellen und perennen (mehrjährigen) Pflanzen auftreten. Folgen allerdings mehrere günstige feuchtere Jahre aufeinander, können sich Perenne und damit auch Sträucher etablieren. 126
Das Endstadium des Sukzessionsprozesses wird erst nach 30 bis 40 Jahren erreicht und kann vorher nicht eindeutig vorhergesagt werden. Inzwischen sind durch Fernverbreitung viele Pflanzen aus benachbarten Gebieten eingewandert: 368 Gefäßpflanzenarten aus den anliegenden Wüsten Karakum und Kyzylkum sind inzwischen auch in der Aralkum zu finden. Und auch in Zukunft wird die Vegetation anderen bereits dem Klima angepassten zentralasiatischen Vegetationsformen ähneln. 127

3.6  Gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung

Die Aralseekatastrophe hat gravierende Auswirkungen auf die Bevölkerung, die sich nicht nur auf die bereits in 2.3 dargelegten sozioökonomischen Entwicklungen beschränken, sondern vor allem auch die Gesundheit der Menschen betreffen.
Die Hauptursache vieler Gesundheitsschäden liegt, neben den salzhaltigen und toxischen Stürmen, die vor allem für Atemwege und Augen eine Gefahr darstellen, in der Aufbereitung von Trinkwasser in der Aralseeregion, bei der die staatlichen Verwaltungsorgane großräumig versagen: Der Großteil des Trinkwassers wird nicht desinfiziert und fast 10 % werden gar nicht behandelt. Dies ist in der Umgebung des Aralsees besonders gefährlich, da das Grundwasser durch die großflächige Bewässerung von Feldern Salze und chemische Mittel (Dünger, Pestizide, etc.) enthält. Erkrankungen des Verdauungsapparates wie Speiseröhren- und Magenkrebs sind die regelmäßig auftretende Folge. 128,129 ,130
Es handelt sich dabei nicht um wenige Einzelfälle, sondern betrifft die ganze Bevölkerung. Die Sterberate in der Aralseeregion verfünfzehnfachte sich innerhalb von nur zehn Jahren, die mittlere Körpergröße verringerte sich um 8 cm und 11 % der Neugeborenen sterben noch während der Geburt, andere kommen mit einem verkümmerten Gehirn oder anderen genetischen Missbildungen auf die Welt. Gerade im besonders betroffenen Usbekistan sind die schlecht ausgestatteten Krankenhäuser infolgedessen durch tausende Patienten überfüllt. Hinzu kommt das geringe Budget für Gesundheitsversorgung pro Einwohner von nur 10 % des (nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation) für eine Minimalversorgung notwendigen Betrags. Die Politik spricht zwar von Gesundheit und Wohlstand, scheitert aber an der Erfüllung von Grundbedürfnissen der Bevölkerung. Das liegt vor allem am Wegfallen von etablierten Institutionen, Strukturen und Systemen der Sowjetunion, die erst wieder neu entstehen müssen. 131,132 ,133 ,134 ,135 ,136

4  Anthropogene Ursachen der Aralseekatastrophe

4.1  Der Wasserzufluss des Aralsees

4.1.1  Geringerer Zufluss als Ursache des Wasserrückgangs

Der enorme Verlust von rund 1000 km3 Wasser, der den Aralsee bis 2006 auf unter 8 % seines Volumens von 1961 schrumpfen lies, lässt sich hauptsächlich auf den Rückgang seiner Zuflüsse zurückführen. 137,138
Da die Niederschläge im ganzen Zeitraum von 1911 bis 1985 relativ konstant und niedrig bei durchschnittlich 8,4 km3 im Jahr blieben, spielten sie – und damit auch die veränderten Zirkulationen in der Atmosphäre, die teilweise zu einem Rückgang der Niederschläge führten – für den Wasserverlust des Aralsees eine untergeordnete Rolle. Der Wasserzufluss hingegen glich zwischen 1911 und 1960 84,7 % der hohen durchschnittlichen Evaporation von jährlich 66,1 km3 aus (Abbildung 20).


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Abbildung 4.20: Vergleich der Evaporation mit Niederschlägen und Wasserzuflüssen in km3 pro Jahr anhand von Durchschnittswerten der Jahre 1911 bis 1985. (Eigene Darstellung; Daten von Giese, 1998, S. 58)


Durch den Oberflächenverlust des Aralsees (vgl. 3.1.3) ging zwar in den folgenden 25 Jahren die Evaporation um 30,6 % zurück, konnte jedoch nicht annähernd durch Wasserzufluss und Niederschlag ausgeglichen werden (Abbildung 20). Die Zuflussmenge des Aralsees sank von ehemaligen 56,0 km3 (Jahresdurchschnitt 1911–1960) um 96 % auf 2,0 km3 (Jahresdurchschnitt 1981–1985). Dies hatte zur Folge, dass durchschnittlich 36,8 km3 Wasser pro Jahr mehr verdunstete als dem See durch Zuflüsse und Niederschläge wieder zugeführt wurde. 139,140

4.1.2  Syrdarja und Amudarja

Der Aralsee wird sowohl unterirdisch durch Grundwasserströme als auch oberirdisch durch die Flüsse Syrdarja und Amudarja von Schmelzwässern der südöstlichen über 7000 m hohen Pamir- und Tianshan-Gebirge gespeist. 141,142 Damit liegt der Ursprung der Zuflüsse in einem anderen Ökosystem als der weitere Verlauf und sie können als allochthon bezeichnet werden. 143
Der Syrdarja ist mit 2140 km der längste Fluss in Zentralasien und entsteht im Ferganatal (in Abbildung 6 als Ferghana Valley eingezeichnet) aus dem Zusammenfluss von Naryn und Karadarja (Abbildung 21). Nach seiner Entstehung in Usbekistan fließt er zunächst nach Tadschikistan und dann wieder über Usbekistan nach Kasachstan, wo er schließlich in den nördlichen Teil des Aralsees mündet (Abbildung 21). Sein gesamter Einzugsbereich erstreckt sich über 219 000 km2. Im Durchschnitt führte der Syrdarja bis zu 600 m3 s-1, im Aralsee kam davon aber immer weniger und in den Jahren 1974–1986 überhaupt nichts mehr an.
Das meiste Wasser führt jedoch der 1445 km lange Amudarja, der als Zusammenfluss aus Waschsch und Pjandsh entsteht (Abbildung 21). Er verläuft erst an der Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan, dann an der zwischen Afghanistan und Turkmenistan und nach dem Durchqueren Turkmenistans bildet er auch die Grenze zu Usbekistan, wo er anschließend in den südlichen Teil des Aralsees mündet (Abbildung 21). Seine durchschnittliche Wassermenge, die er aus einem etwa 309 000 km2 großen Einflussbereich bezieht, betrug 2000 m3 s-1, von denen ebenfalls erst weniger und in den Jahren 1982, 1983, 1985 und 1986 nichts mehr den Aralsee erreichte. 144,145 ,146 ,147


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Abbildung 4.21: Wasservorkommen im Aralseebecken und Entnahme von Bewässerungswasser durch Kanäle. (Eigene Übersetzung und teilweise Hervorhebung von Legende, Titel, sowie Flüssen und Kanälen, auf die sich im Text bezogen wird; Karte von CAWaterInfo, o.J.-b)


4.2  Kasachstan und Usbekistan als ehemalige Sowjetrepubliken

4.2.1  Hoher Wasserbedarf für Bewässerungsfeldbau

Im Zarenreich wurden Traditionen und Lebensweisen eroberter Völker anfangs noch respektiert, im 19. Jahrhundert jedoch setzten die Russen ihre Ideen im Rahmen der sogenannten Zivilisierungsmission mit Gewalt durch und eroberten dabei 1867 auch Turkestan, dessen Bewohner zur Sesshaftigkeit gezwungen wurden. Bewässerungslandwirtschaft war an den Zuflüssen des Aralsees zwar schon seit langem verbreitet, fand aber stets mit Rücksicht auf die Natur statt. Die im Sommer konstante Sonneneinstrahlung sorgte zusammen mit Bewässerung für einen ertragreichen Baumwollanbau, der nun Russland die Möglichkeit bot sich vom Baumwollimport unabhängig zu machen und aus diesem Grund ab 1884 zügig ausgeweitet wurde. Den hohen Wasserbedarf der Baumwollpflanzen deckte man mithilfe von Bewässerung. So stammten bereits 1913 fast 90 % der sowjetischen Baumwollfasern von über 3 × 106 ha zentralasiatischen Bewässerungslands, die zur Hälfte für den Anbau von Baumwolle und zur anderen Hälfte für den von Futterpflanzen, Getreide (vor allem Reis) und Gemüse (vor allem Kartoffeln und Melonen) genutzt wurden. 1924 wurden die zentralasiatischen Staaten Teil der zwei Jahre zuvor gegründeten UdSSR. Der Ausbau von Bewässerungssystemen und die Erweiterung der Bewässerungsflächen wurde, auch um während des kalten Krieges unabhängiger von Importen zu werden, für mehrere Fünf- bzw. Siebenjahrespläne beschlossen, wodurch das Bewässerungsland bis Mitte der 80er fast 7 × 106 ha umfasste und sich der Wasserverbrauch im Verlauf des 20. Jahrhunderts versechsfachte. Dies ist nicht nur auf die sich in diesem Jahrhundert verdoppelnde Bewässerungsfläche, sondern auch auf Wasserverschwendung, als Folge der kostenlosen Wassernutzung, zurückzuführen. Der Aralsee wurde bei den Planungen nicht nur unberücksichtigt gelassen, sondern ungenutzt in ihn mündendes Wasser sogar als Verschwendung angesehen. 148,149 ,150 ,151 ,152
Durch die Bewässerung der Felder steigt der Grundwasserspiegel und führt neben der Versumpfung des Bodens auch zu einer Versalzung. Diese entsteht, wenn kapillar aufgestiegenes Wasser aus den von Natur aus salzhaltigen tieferen Bodenschichten verdunstet und die darin gelösten Salze zurücklässt (Abbildung 22 und 23). Daher wird seit den 60er Jahren zusätzlich zum mehrere 100 000 km langem Kanalnetz ein Drainagesystem erbaut, welches das Wasser wieder aus den Feldern ableitet (Abbildung 23). Jedoch erhöht sich durch wiederholtes Entnehmen von Bewässerungswasser und anschließendes Zurückleiten von Drainagewasser in die Flüsse deren Salinität um circa 2 g l-1. Zusätzlich werden im Frühling für das Ausspülen von an die Oberfläche geschwemmten Salzen große Wassermengen benötigt. Da versalzte Felder zu geringeren Erträgen führen, wurden vermehrt Dünger, Pestizide und Herbizide eingesetzt. 153,154 ,155 ,156 157


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Abbildung 4.22: Versalzung von Feldern im Amudarja-Delta. (Aufnahmen von 1990 aus Létolle & Mainguet, 1996, Bildtafel 12)



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Abbildung 4.23: Entstehung und Verhinderung der Versalzung von Bewässerungsflächen in ariden Regionen. (Quelle: Felsch & Lemke, o.J.)


Der Grund für die Verlandung des Aralsees liegt in der Verteilung seines Wasserzuflusses auf die umliegenden Gebiete. Dieser Effekt findet sowohl in den Kanälen, die aufgrund der durch offene Bauweise auftretenden Evaporation und durch Lecks große Teile ihres Wassers verlieren (Abbildung 24), als auch durch Verdunstung und Versickerung auf den Feldern statt. Auch die Drainagewasser können, abgeleitet in die Wüste, zur Bildung von etwa 40 Seen wie dem Sarykamysch-See (Abbildung 2) führen. 158,159 ,160 ,161


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Abbildung 4.24: Ein Kanal, umgeben von zerstörter Umwelt, wird mit einem Saugförderbagger von Schwemmaterial befreit. (Aufnahme von 1990 aus Létolle & Mainguet, 1996, Bildtafel 7)


Wie sich bereits anhand des deutlichen Rückgangs der Zuflussmengen (Abbildung 20) sowie des daraus resultierenden Volumenrückgangs (Abbildung 9) erahnen lässt, waren die anthropogenen Eingriffe in den Wasserzufluss des Aralsees ab 1960 besonders gravierend. Ein Beispiel dafür ist der Karakum-Kanal, 162 welcher vom turkmenischen Teil des Amudarjas in Richtung Kaspisches Meer führt (Abbildung 21). Die Bauarbeiten begannen 1950 und wurden ab 1954 beschleunigt, wodurch der Kanal 1962 bis Ashgabat 163 (Abbildung 21) reichte und bereits 8,3 km3 Wasser pro Jahr führte. Er ermöglichte in der Turkmenischen SSR einen Anstieg der Baumwollproduktion von über 1 Mt bis 1990. Dazu entnahm er dem Amudarja circa 1/4 seiner Wassermenge, von dem ein großer Teil durch Evaporation und Versickerung verloren geht und nicht mal das zur Bewässerung entlang des Kanals (Abbildung 21) genutzte Wasser als Abwasser zum Aralsee fließt. 164,165 ,166 ,167
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durchaus genügend Wasser zum Erhalt des Aralsees und seiner Deltabereiche im Aralseebecken vorhanden ist, der Großteil davon aber durch gigantische anthropogene Eingriffe, an erster Stelle die Produktion von 8 Mt Rohbaumwolle im Aralseebecken (1987), nicht mehr in den Aralsee fließt. 168,169 ,170

4.2.2  Regionale Degradierung der Umwelt als Erblast aus Zeiten der Sowjetunion

Zentralasien diente der Sowjetunion nicht nur zur Produktion von Baumwolle und anderen Landwirtschaftlichen Erzeugnissen, sondern auch für die Förderung von Rohstoffen (z.B. Erdöl, Uran und Buntmetalle), das Testen ihres Atomzyklus, sowie den Start von Weltraumraketen. Vor allem in Kasachstan führte das zu einer großflächigen Degradierung der Umwelt, unter anderem bestehend aus der radioaktiven Verseuchung von einem Viertel des kasachischen Bodens. 171
In der Aralseeregion sind in diesem Zusammenhang, neben der Erdgasförderung im Amudarja-Delta, vor allem die Insel Vozroshdenye und das Raumfahrtzentrum (Kosmodrom) Bajkonyr 172 zu erwähnen. 173,174
Auf der „Insel der Wiedergeburt“, die Eigentum des sowjetischen Verteidigungsministeriums war, wurden ab 1936 chemische und bakteriologische Waffen getestet. Dadurch kam es zum Beispiel 1976 zu einem Massensterben von Fischen im Aralsee und 1989 starben binnen einer Stunde eine halbe Million Sajga-Antilopen, deren Körper mit Bulldozern beseitigt wurden. Bis 1991 wurden diese Vorfälle sowie das Labor geheim gehalten. Nach der Auflösung des Labors am 7. März 1992 blieben rostige, ungekennzeichnete Fässer mit Krankheitserregern wie Pest, Milzbrand und Pocken zurück. Auch heute noch ist der Boden der Insel, die inzwischen zur Halbinsel geworden ist (Abbildung 15), milzbrandverseucht und es kommt in der Umgebung gelegentlich zu Fällen von Pest. 175,176
Das Kosmodrom Bajkonyr (einige Kilometer nördlich der Stadt Bajkonyr, siehe Abbildung 2) wird seit 1957 betrieben und war der wichtigste Startplatz für die sowjetische Raumfahrt. Von ihm startete bereits der erste Satellit Sputnik-1 im Oktober 1957 und der erste Mensch Yuri Gagarin im April 1961 in den Weltraum. Die häufigen Starts führten jedoch zu erheblichen ökologischen Schäden: Im Umkreis von 50 km hinterlassen die Raketen bis zu 35 kt an teilweise hochgefährlichen Schadstoffen. Durch Explosionen von abgesprengten Raketenstufen kann es auch noch in 135 km Entfernung zur Verschmutzung der Umwelt kommen. Außerdem bildete sich über den Startanlagen ein Ozonloch. Nach der Unabhängigkeit Kasachstan wurde ein Abkommen geschlossen, das der Russischen Föderation für eine Jahrespacht von 115 Mio. US-Dollar weiterhin Weltraumstarts vom Kosmodrom Bajkonyr aus erlaubt. Zusätzlich starten von dort auch amerikanische und europäische Astronauten zur International Space Station. In Zukunft dürfte die Bedeutung des Kosmodroms aber abnehmen, zum einen wegen der veralteten Technik, zum anderen arbeiten sowohl die USA als auch Russland an Alternativen. 177,178 ,179

4.3  Bleibende Dependenzen trotz politischer Unabhängigkeit

Auch nachdem die zentralasiatischen Sowjetrepubliken 1991 zu, von der UdSSR politisch unabhängigen Staaten geworden waren, betrieben sie weiterhin Bewässerungslandwirtschaft und vergrößerten die dafür genutzte Fläche sogar um weitere 12 %. Vor allem in Usbekistan wird weiterhin Baumwolle angebaut und von 40 % der Arbeitskräfte, unter ihnen auch Kinder, geerntet. 180,181
Die Ursache der fortbestehenden Abhängigkeit vom Baumwollexport ist vor allem die großräumige funktionale Arbeitsteilung, die in der Sowjetunion betrieben wurde. In der Aralseeregion, sowie im Rest Zentralasiens, wurde dadurch hauptsächlich die Baumwollproduktion ausgebaut. Dies führte zur Zerstörung der funktionierenden Selbstversorgung mit Nahrung und damit zur Abhängigkeit von Lebensmittelimporten. Zu Zeiten der Sowjetunion erschwerte diese Dependenz einen Austritt aus der UdSSR, heutzutage stellt der notwendige Import von Nahrungsmitteln und die Abhängigkeit von der Baumwollnachfrage auf dem Weltmarkt ein Problem dar. 182,183
Ein anderes Beispiel für eine Abhängigkeit aus der ehemaligen Sowjetzeit ist die der Unterlieger von Flüssen. Um im Sommer mehr Wasser für die Bewässerung an den Unterläufen der Flüsse zur Verfügung zu haben, wurden in den flussaufwärts liegenden Gebieten Staudämme gebaut. Da diese aber nun zu eigenständigen Staaten gehören, werden Stauseen ohne Rücksicht auf stromabwärts liegende Länder nun im Sommer aufgestaut, um im Winter über Wasser zur Stromerzeugung zu verfügen. 184,185

5  Wird der Aralsee bald komplett verschwinden?

Nachdem Kasachstan 1992 die „Bergstraße“, durch die das nördliche Becken des Aralsees Wasser verlor, mit einem Damm verschlossen hatte und dieser nach mehrmaligen Brüchen bis 2005 mithilfe der Weltbank neu errichtet wurde, erholte sich der kleine Aralsee wieder. Sein Salzgehalt sank und seine Biodiversität erhöhte sich, wodurch auch Fischfang wieder möglich ist. 186,187 ,188 ,189
Das große südliche Becken hingegen, das bereits 2014 ausgetrocknet war (Abbildung 17), wird sich wohl in nächster Zeit nicht mehr erholen. Komplett verlanden wird der Aralsee aber ziemlich sicher trotzdem nicht. Selbst wenn die Zuflüsse den Aralsee nicht mehr erreichen würden, bekäme er trotzdem noch eine Wasserzufuhr durch Grundwasser, Drainagewasser und Niederschläge. Dies würde zumindest Teile des nördlichen und südwestlichen Beckens erhalten, die jedoch durch hohe Salinität nur von geringem ökologischen Wert wären. 190

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